Geschichtliches und Legende zum Schachspiel

Geschichtliches

Der Ursprung des Schachspiels liegt im Dunkeln. Sowohl Indien als auch China und sogar Persien beanspruchen jeweils für sich, Ursprungsland des Königspiels Schach zu sein. Die Mehrheit der Fachleute vermutet, dass ein Inder der Erfinder dieses Brettspiels gewesen ist.

Schach war zunächst als ein strategisches Kriegsspiel gedacht, bei dem sich zwei gegnerische Heere gegenüberstehen und im Lauf des Spiels versuchen, den gegnerischen König gefangen zu nehmen.

Das altindische Heer bestand aus vier Truppengattungen: den Kampfwagen (beim Schach die Türme), den Reitern (beim Schach die Springer), den Elefanten (beim Schach die Läufer) und der Infanterie, den Fußsoldaten (beim Schach die Bauern).

Der König stand auch auf dem Kriegsfeld und wurde vom „Wesir“, seinem kundigen Berater, geschützt. Ursprünglich hatte der König große Bewegungsfreiheit und konnte so unter anderem auch weiträumiger bei Bedrohung fliehen. Das änderte sich, als im Mittelalter auch an den europäischen Herrscherhöfen das Schachspiel Einzug hielt, und die Ritter, wenn sie gerade keine adlige Dame „beminnten“ oder in den Krieg zogen, sich gern auch mit dem Kriegsspiel Schach die Zeit vertrieben. Im Lauf einer Entwicklung zum zivilen Spiel wird nun aus dem „Wesir“ die „Dame“ - 
nunmehr die kampfstärkste und damit wertvollste Figur auf dem Schachbrett.

Der König durfte fortan nur noch in Trippelschritten (auf eines der nächstgelegenen freien und nicht vom Gegner bedrohten Felder) ziehen. Er blieb aber weiterhin insofern die wichtigste Figur, als alle anderen „seiner Getreuen“ dafür zu sorgen haben, dass ihr „Feldherr“ nicht vom Gegner matt gesetzt wird. Reichen dafür alle strategischen Maßnahmen und Kampfeswille nicht aus, muss er „abdanken“ und der „Kampf“ ist verloren.

Erwin Troike

Legende

Es rankt sich eine dem intellektuell-mathematischen Geschehen auf dem Schachbrett entsprechende Legende um das Schachspiel:

Ein indischer, des Schachspiels kundiger Weiser stellte seinem Herrscher das Schachspiel vor. Dieser war von dem Brettspiel so begeistert, dass er ihm einen Wunsch freistellte. Daraufhin bat der Weise seinen obersten Herrn, ihm Reiskörner zu schenken, und zwar eine bestimmte Anzahl für jedes Feld des 64 Felder umfassenden Schachbretts nach folgendem mathematischen System:

Für das erste Feld ein Reiskorn, für das zweite Feld zwei, für das dritte Feld vier usw. Für das jeweils folgende Feld also die jeweils doppelte Menge an Reiskörnern.

Die Reihe begann also mit 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128 usw. und wirkte so bescheiden, dass der Herrscher spontan dem Weisen einen Wunsch freistellte. Doch schon bald klärten die Berater ihren Dienstherrn auf und wiesen darauf hin, dass alle Reisvorräte des Landes nicht ausreichen würden, um diesen Wunsch zu erfüllen. 

Es mag darüber spekuliert werden, wie der Weise seinen Kopf aus der sich selbstgelegten Schlinge gezogen haben mag, nachdem er seinen Herrn dermaßen düpiert hatte.

Erwin Troike

Anekdote

Der tschechische Großmeister Richard Reti gab anno 1925 ein Blindsimultan an sage und schreibe 29 Brettern! – Eine schier unglaubliche Leistung! – Als die Vorstellung beendet war und als man ihm seine Tasche nachtrug, die er schlicht hatte liegen lassen, sagte er: „Was habe ich doch für ein schlechtes Gedächtnis.“

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